Katalog für die Tonne – Sind Sie dabei?

Man muss es leider zugeben: Immer häufiger landet ein Mail-Ordner-Katalog nach dem Versand direkt im Papierkorb des Empfängers. Und wer ehrlich ist, wird sich dabei auch schon selbst ertappt haben. Es scheint manchmal so, als dass sich nur noch Versand-Dienstleister über Papierkataloge freuen. Daher gilt das jetzt Folgende speziell für Katalogproduzenten:

„Leute, werdet wach. Eure Produkte in bebilderten Telefonbüchern braucht heutzutage niemand mehr! Das klingt vielleicht hart und in Anbetracht der Tatsache, dass euer toller Hauptkatalog mal der Umsatzbringer schlechthin war, ist es das auch. Aber macht euch nichts vor. Das Rennen gegen den Onlineshop habt ihr verloren. Ihr dürft euch mehr als glücklich schätzen, wenn es sich dabei um euren Shop handelt und nicht den, der dem Kaufwilligen von Google vorgeschlagen wird. Aber das ist nochmal eine andere Geschichte …“

Möglicherweise war das jetzt etwas überspitzt, aber Tatsache ist, dass die Bedeutung von alt hergebrachten Katalogen als Verkaufsmedium stetig abnimmt. Die Umsatzsteigerungen von Amazon & Co. sprechen da eine deutliche Sprache. Tatsache ist aber auch, dass der Printkatalog ein nach wie vor wichtiger Touchpoint ist, sofern er möglichst oft zur Hand genommen wird. Diese „InTouch-Frequenz“ erhöht sich logischerweise, wenn dies gerne gemacht wird und nicht nur, wenn ein notgedrungener Beschaffungsbedarf besteht. Doch wie kann man solch einen Anreiz schaffen?

Das Stichwort lautet hier „Magaloge“. Der Magalog ist eine Mischung aus Magazin und Katalog und verbindet trockene Produktinformationen mit redaktionellem Content. Eine absolute Notwendigkeit ist dabei das „Story Telling“ – also den Leser mit attraktiven Inhalten zu versorgen. Je hochwertiger und interessanter diese sind, umso besser. Hiermit hilft der Magalog nicht nur, den klassischen Papierkatalog aufzuwerten, sondern hebt obendrein die neutrale Produktkommunikation auf eine emotionale Ebene. 

Statt im Papierkorb zu landen, gewinnt man mit einem Magalog Aufmerksamkeit und weckt im besten Fall sogar Konsumbedürfnisse. Dabei wirkt er als langlebiges und werthaltiges Nachschlagewerk, in dem die Mauer zwischen Informations- und Verkaufsmedium eingerissen wurde.


Robert Lindmaier

Robert Lindmaier

Mit rund 25 Jahren Erfahrung im Bereich der Datenbank gestützten Medienproduktion gilt Robert Lindmaier als ausgewiesener Spezialist zu diesem Thema. Vor seiner Arbeit in die WERK II GmbH betreute er Unternehmen wie z.B. Aral, Celesio (DocMorris) und UdoBÄR bei der Standardisierung und Automatisierung von PrePrint-Prozessen.